Kapelle des hl. Johannes von Nepomuk, Loreta – ein rundes Fenster zum Himmel
Mitten im Wald, unweit von Loreta, verbirgt sich ein besonderes und stilles Plätzchen – die Ruine der barocken Kapelle des hl. Johannes von Nepomuk aus dem Jahr 1730. Von der ursprünglichen Bauweise sind nur die Außenmauern erhalten geblieben, was der Kapelle ihren einzigartigen Charakter verleiht. Ohne Dach, mit dem Himmel als Decke, wirkt sie wie ein natürlicher Tempel, der ein rundes Fenster zum Himmel öffnet.
Die Kapelle ist nicht einfach so gebaut. Sie ist genau auf die Achse des Schlosses in Týnec ausgerichtet, als ob die beiden Bauwerke über Jahrhunderte hinweg leise miteinander kommunizieren würden.
Und jetzt aufgepasst – die größte Besonderheit ist ihr Boden. Er ist nicht eben, nicht aus Stein und auch nicht klassisch gepflastert. Im Jahr 2013 verwandelte die Künstlerin Kristýna Kužvartová ihn in eine Kunstinstallation mit dem Namen Kapka oder Die Oberfläche der Tiefe. Aus etwa 7.000 Ziegeln, Sand und Kies schuf sie eine wellenförmige Oberfläche, die an den Ort erinnert, an dem ein riesiger Wassertropfen aufschlug. Es ist ein starkes visuelles und symbolisches Erlebnis – und Teil des Projekts Verlorene und bedrohte Kirchen, das den Ruinen keinen neuen Anstrich, sondern einen neuen Sinn verleiht.
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle sogar als Aussichtsturm genutzt. Heute ist sie jedoch vor allem ein Ort der Stille, der Besinnung und der sanften Mystik. Ein Ort, der keine Massen anzieht, aber jeden belohnt, der mit offenem Herzen und weit geöffneten Augen kommt.
Die Route kann um einen Besuch des nahegelegenen romantischen Schlosses in Týnec verlängert werden, mit dem die Kapelle symbolisch verbunden ist.
Geeignet für: Fußgänger, Spaziergang mit Hund, Familien mit Kindern


